PREVENT Waste Alliance beendet 2020 mit erster Vollversammlung und gibt Startschuss für 8 Pilotprojekte

Bonn • 9. Dezember 2020

PREVENT Waste Alliance beendet 2020 mit erster Vollversammlung und gibt Startschuss für 8 Pilotprojekte

Die PREVENT Waste Alliance kam virtuell für ihre erste Vollversammlung zusammen. Neben einer Dankesbotschaft des deutschen Entwicklungsministers Gerd Müller (BMZ) stand die Kommunikation der Pilotprojekte im Vordergrund, die nun bis Juni 2022 umgesetzt werden.

Am 09. Dezember 2020 kam der Großteil der aktuell 167 PREVENT Mitglieder zu ihrer ersten virtuell abgehaltenen Vollversammlung zusammen. Die Veranstaltung hatte zum Ziel, sowohl auf wichtige Entwicklungen der Allianz in 2020 zurückzublicken sowie einen Einblick in geplante Aktivitäten und Veränderungen für das kommenden Jahr zu gewinnen.

Eröffnet wurde die Vollversammlung mit einer Videobotschaft des Entwicklungsministers Gerd Müller. In dieser drückte er seinen Dank an alle Mitglieder aus und betonte: „Die globalen Nachhaltigkeitsziele zu Abfall- und Kreislaufwirtschaft erreichen wir nur durch enge, weltweite Kooperation. Mit der PREVENT Abfall Allianz sind wir hier auf dem richtigen Weg“.
Peter Kurth, Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V., unterstrich diese Aussage in seinem Grußwort: „Der EU Green Deal sowie der EU Aktionsplan zu Kreislaufwirtschaft weisen darauf hin, dass die Wirtschaft von morgen digital und zirkulär wird. Dies darf sich nicht nur auf Europa beschränken, sondern muss weltweit, und v.a. auch in Entwicklungs- und Schwellenländern stattfinden.“

In diesem Sinne zeigte die Vollversammlung bedeutende Pläne der PREVENT Abfall Allianz für die kommenden Jahre auf. Der Entwicklungsminister gab den offiziellen Startschuss für die 8 Pilotprojekte, die im Rahmen des Call for Solutions ausgewählt wurden und nun bis Juni 2022 durch PREVENT Mitglieder und Partnerorganisationen in 15 Ländern weltweit umgesetzt werden. Eine detaillierte Übersicht der Projektziele, Umsetzungsorganisationen Zielländer findet sich hier.

 

Positive Nachrichten vermeldeten auch zwei Arbeitsgruppen: Die Arbeitsgruppe zu Elektro- und Elektronikaltgeräten baut aktuell ein Modellprojekt für die Finanzierung von Elektroschrott-Recycling auf. Hierfür wurden nun lokale Recycler in Nord-Mazedonien, Brasilien und Tansania ausgewählt, die im Rahmen des Projekts beraten und geschult werden sollen.
Die Arbeitsgruppe zu Plastikverpackungen verkündete die Veröffentlichung der Toolbox zur erweiterter Produzentenverantwortung (EPR) für Verpackungen mit einem Teaser Video. Die Inhalte dieser Toolbox sind frei zugänglich und nutzbar.

In einer virtuellen Podiumsdiskussion stellte sich außerdem der PREVENT Steuerungskreis vor. Die engagierten Repräsentanten der Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und öffentlichen Institutionen gaben einen Überblick über ihre Rollen und Verantwortungen. Außerdem berichteten sie von ihren persönlichen PREVENT Highlights, bestehenden Herausforderungen und Chancen sowie Erwartungen für 2021. So zum Beispiel Claudia Bunkenborg, stellvertretende Vorstandvorsitzende der German RETech Partnership: „Seit der Gründung von PREVENT hat sich eine beachtliche Anzahl an Organisationen zusammengefunden, die in den Arbeitsgruppen konstruktiv zusammenarbeiten und einen starken Einfluss im Bereich Kreislaufwirtschaft haben können. Die regelmäßig stattfindenden Matchmaking Sessions sind ein Schlüsselelement dafür, dass die Sektor-übergreifende Ausarbeitung von innovativen Lösungen und Projektideen tatsächlich stattfinden kann.“

Zum Ende der Vollversammlung wurden die PREVENT Mitglieder dazu aufgefordert, ihre Stimme zu Änderungen in der Governance Struktur abzugeben. So ging es unter anderem um die Neuausrichtung der Arbeitsgruppen. Weitere Details zu den getroffenen Entscheidungen werden in Kürze für PREVENT Mitglieder im HUB geteilt, sobald alle Organisationen ihr Votum abgeben konnten.

Mit erfolgreichem Abschluss der Vollversammlung blicken die PREVENT Mitglieder nun motiviert auf das kommende Jahr, denn die Herausforderungen sind groß. Andreas Jaron, Referatsleiter für Kreislaufwirtschaft und grenzüberschreitende Verbringung von Abfällen im Umweltministerium (BMU), äußerte sich optimistisch: „Ich habe den Eindruck, dass Kreislaufwirtschaft in politischen Diskussionen immer mehr Raum einnimmt, das macht mir Hoffnung. Abfall wird nicht mehr nur als Problem, sondern auch als Chance angesehen.“ Und Pedro Moura Costa, Mitgründer und Leiter der Non-profit Organisation BV Rio, sieht die internationale Vernetzung als Teil der Lösung an: „Die PREVENT Waste Alliance wächst schnell durch neue Organisationen, die unsere Prinzipien und Ziele teilen. Besonders sollten wir aber den Fokus auf andere internationale Initiativen legen und noch enger mit diesen zusammenarbeiten, um ein starkes globales Netzwerk zu errichten.“