Pilotierung von Behandlungslösungen und innovativen Finanzierungsmodellen für problematische E-Schrottfraktionen

Frankfurt • 14. Oktober 2020

Pilotierung von Behandlungslösungen und innovativen Finanzierungsmodellen für problematische E-Schrottfraktionen

Im Juli 2020 begann die Landbell Gruppe mit der Arbeit an einem Auftrag zur Entwicklung und Erprobung von Lösungen zur Behandlung problematischer Elektroschrottfraktionen für Recycler in Lateinamerika, auf dem Balkan und in Ost-/Westafrika. Zusammen mit der Elektroschrott-Arbeitsgruppe der PREVENT Abfall Allianz wird das Projekt auch innovative Finanzierungsmechanismen zur Deckung der Behandlungskosten ausloten und anwenden.

Eine der Prioritäten der Elektroschrott-Arbeitsgruppe der PREVENT Abfall Allianz ist die Bekämpfung der am schlimmsten umweltverschmutzenden Elektroschrottfraktionen. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern gibt es keine lokalen Aufbereitungsanlagen für die verschiedenen E-Müllarten, die besonders große Umweltrisiken darstellen können. Dies ist auf den mangelnden Zugang zu Technologie oder geeigneten lokalen oder internationalen Absatzmärkten zurückzuführen.

Ende 2019 tauschte sich die PREVENT-Arbeitsgruppe für Elektroschrott mit formellen Recyclern in Entwicklungs- und Schwellenländern aus, um ihre größten Herausforderungen zu bestimmen. Elektroschrott-Fraktionen wie Elektroschott-Kunststoffe, Batterien, Lampen, Displays und PUR-Isolierschäume aus Kühlschränken stellen große Probleme dar. Häufig sind spezielle Infrastrukturen und Techniken zur Behandlung dieser Fraktionen erforderlich, und deren Behandlung ist weiteren Kosten verbunden. Um diese Arbeit voranzubringen, hat das PREVENT-Sekretariat, welches im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der GIZ umgesetzt wird, einen Beratungsauftrag in der Arbeitsgruppe ausgeschrieben, mit dem Ziel:

  1. Recycler in Lateinamerika, Ost- und Westafrika und dem Balkan zu beraten, Kontakte zu internationalen Recyclern zu vermitteln, und Lösungen für den Umgang mit diesen Fraktionen zu entwickeln. Dies wird durch Ferngespräche und regionale Schulungen erfolgen.
  2. Lösungen für drei dieser Fraktionen in verschiedenen Ländern zu pilotieren, um die tatsächlichen Kosten für die Behandlung zu ermitteln (entweder durch die Entwicklung einer lokalen Behandlungslösung oder die Vorbereitung für den Versand und Export zu einer geeigneten Recyclinganlage).
  3. innovative Finanzierungsmechanismen zur Deckung der Kosten für die Behandlungslösungen auszuweiten und zu erproben. Diese werden in den Behandlungspilotprojekten angewandt.

Der 18-monatige Auftrag zur Durchführung dieser Arbeit wurde der Landbell-Gruppe erteilt, die ihre Arbeit im Juli 2020 aufnahm. Ziel dieses Projekts ist es, eine bessere Behandlung von Elektroschrott in Entwicklungs- und Schwellenländern zu erreichen, in denen es noch keine Gesetzgebung zur erweiterten Produzentenverantwortung gibt. Es werden Ansätze entwickelt, die replizierbar sind und im Idealfall, wenn tragfähige Finanzierungsmechanismen nachgewiesen werden können, auch eine langfristige Lösung für problematische Fraktionen in unterschiedlichen Kontexten bieten. Das Projekt macht sich das Fachwissen vieler verschiedener Akteure entlang der Elektroschrott-Wertschöpfungskette in der PREVENT-Arbeitsgruppe zunutze, die von den Produzenten bis hin zu den Endverarbeitern reichen.

 

Fotos von problematischen Elektroschrottfraktionen: GIZ | Daniel Hinchliffe

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