Mitglied seit: 05/2019

Aktiv in: AG1, AG2

www.isoe.de

Institut für sozial-ökologische Forschung

Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main gehört zu den führenden unabhängigen Instituten der Nachhaltigkeitsforschung. Seit 30 Jahren entwickelt das Institut wissenschaftliche Entscheidungsgrundlagen und zukunftsfähige Konzepte für Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – regional, national und international. Zu den Forschungsthe-men gehören Wasser, Energie, Klimaschutz, Mobilität, Urbane Räume, Biodiversität und sozial-ökologische Systeme.

Das ISOE ist Mitglied der Prevent Abfall Allianz, weil eine umwelt- und ressourcenschonende sowie sozial gerechte Abfallwirtschaft von großer Relevanz ist.
Am ISOE erforschen in der BMBF-geförderten Nachwuchsgruppe PlastX sechs Wissenschaft-ler*innen, wie sich in Deutschland und international ein nachhaltiger Umgang mit Kunststoff bzw. Kunststoffabfall gestalten lässt. Die gewonnen Erkenntnisse möchten wir teilen: Die Abfall Allianz bietet hierzu eine inspirierende Plattform, um gemeinsam Ideen zu diskutieren und trag-fähige Lösungen zu entwickeln. Über die vielseitige Zusammensetzung der Mitglieder hier und im Ausland bringt die Multi-Stakeholderplattform nicht nur unterschiedliche Expertisen zusam-men, sondern ermöglicht es zudem, Lösungen zielgerichtet und fallspezifisch mit der Praxis zu entwickeln und zu erproben. Die Abfallwirtschaft neuzugestalten, den Anspruch einer Kreislauf-wirtschaft ernst zu nehmen und dabei die unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Bedin-gungen zu berücksichtigen ist eine komplexe Herausforderung. Wir sind überzeugt, dass sich diese am besten mit integrativen Ansätzen lösen lässt.

Die chronische Übernutzung natürlicher Ressourcen bringt Ökosysteme aus dem Gleichgewicht und befördert Konflikte. Die negativen Folgen, die sich aus Gesellschaft-Natur-Beziehungen ergeben, sind erheblich. Daher sind unter anderem nachhaltige Konsumpraktiken und Ressour-ceneffizienz zentrale Forschungsthemen des ISOE: Wie lässt die Verschwendung von Ressour-cen vermeiden und zugleich bislang vernachlässigte Ressourcen, die in unseren ‚Abfällen‘ ste-cken, stärker nutzen, indem Kreisläufe geschlossen werden?
Abfall und aktuell vor allem Kunststoffabfall ist ein drängendes Umweltproblem. Um hierfür Lösungen zu finden, muss ‚Abfall‘ neu gedacht werden. Die Kreislaufwirtschaft stellt dies scharf, indem sie auf ein Minimum an Abfällen und ein Maximum des Lebenszyklus von Pro-dukten zielt. Die Kreislaufwirtschaft wirft damit gesellschaftliche Fragen auf, die kritisch zu re-flektieren sind: Wie wollen, wie können wir konsumieren? Und wie lässt sich unsere Konsum- und Wohlstandsgesellschaft – weg vom Paradigma unbegrenzten Wachstums – neu denken?
Wie ‚Kreislaufwirtschaft‘ ganz konkret in der Praxis aussieht, dazu gibt es keine Blaupause. Kreislaufwirtschaft ist also auch ein ‚streitbares‘ Modell, das je nach Kontext unterschiedlich verstanden und umgesetzt wird bzw. werden muss. Kreislaufwirtschaft sollte dabei nicht nur über eine stärkere Nutzung von ‚vernachlässigten Ressourcen‘ gedacht werden, sondern die konsequente Abfallvermeidung als zentrales Ziel ernst nehmen. Dazu bedarf es einer Verkleine-rung von Stoff- bzw. Wirtschaftskreisen und einem Infragestellen vorherrschender Wirtschafts-anreize.
Für uns als Institut einer kritischen Nachhaltigkeitsforschung ist ‚Kreislaufwirtschaft‘ ein grund-legendes Konzept für die Gestaltung von Stoffströmen.